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Massiver Anstieg der RAM-Preise

Die RAM-Preise befinden sich derzeit (Januar 2026) in einer extremen Phase, die viele Experten als eine der schwersten Speicherkrisen der letzten Jahrzehnte bezeichnen. Während man vor zwei Jahren noch Schnäppchen machen konnte, haben sich die Preise für DDR5-Kits im Vergleich zum Vorjahr teilweise verdreifacht.

Hier sind die Hauptgründe für diese Explosion der RAM-Preise:

1. Der unersättliche KI-Boom

Künstliche Intelligenz ist der mit Abstand größte Preistreiber. Rechenzentren von Firmen wie Google, Microsoft und OpenAI benötigen enorme Mengen an Spezialspeicher (HBM – High Bandwidth Memory).

  • Produktionsverdrängung: Die Herstellung von 1 GB HBM verbraucht etwa dreimal so viel Kapazität auf den Wafern wie normaler DDR5-RAM.
  • Priorisierung: Da Hersteller mit KI-Speicher deutlich höhere Margen erzielen, bauen sie ihre Fabriken um. Das geht direkt zulasten der Produktion von normalem Desktop- und Laptop-RAM.

2. Massive Marktkonzentration

Der globale Markt wird fast vollständig von nur drei Giganten kontrolliert: Samsung, SK Hynix und Micron.

  • Diese Firmen haben in den letzten Jahren ihre Produktion gedrosselt, um Überkapazitäten abzubauen.
  • Nun trifft eine rasant steigende Nachfrage auf historisch leere Lagerbestände. Da es kaum Konkurrenz gibt, bleiben die Preise stabil hoch.

3. Technologiewechsel zu DDR5

Der Übergang von DDR4 zu DDR5 ist komplexer als frühere Wechsel.

  • Erhöhte Komplexität: DDR5-Module besitzen eigene Spannungsregler (PMICs) direkt auf dem Riegel. Diese Bauteile sind oft ebenfalls von Lieferengpässen betroffen.
  • Geringere Ausbeute: Die Fertigung der hochdichten DDR5-Chips ist anspruchsvoller, was zu einem geringeren Ausstoß an fehlerfreien Chips führt.

4. Das „Windows 10“-Ende

Da der Support für Windows 10 im Oktober 2025 ausgelaufen ist, rüsten aktuell Millionen von Unternehmen und Privatnutzern auf neue Systeme (meist mit DDR5) um. Dieser plötzliche Nachfrageschub im Consumer-Bereich trifft auf einen ohnehin schon leergefegten Markt.

Zusammenfassung der Preisentwicklung

SpeicherartPreisentwicklung (ca. Jan 2025 vs. Jan 2026)
DDR5 (32GB Kit)+150% bis +200%
DDR4 (16GB Kit)+50% bis +80%
SSD (NAND-Flash)+70% bis +100%

Hinweis: Da auch Grafikkarten (VRAM) und SSDs auf ähnlichen Speichertechnologien basieren, steigen die Preise dort momentan ebenfalls spürbar an.

Handlungsempfehlung für die Verbraucher? Wenn man nicht dringend aufrüsten muss, raten viele Analysten dazu, das Jahr 2026 abzuwarten. Neue Fabriken in den USA und Asien sollen erst gegen Ende 2026 oder 2027 für eine spürbare Entspannung sorgen.