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RAM-Krise (Update Februar 2026)

Die Situation auf dem globalen Markt für Arbeitsspeicher (DRAM) hat sich im Februar 2026 massiv zugespitzt. Was im vergangenen Jahr als zyklische Verknappung begann, hat sich zu einer strukturellen RAM-Krise entwickelt, die weitreichende Folgen für die gesamte Elektronikbranche hat.

Hier ist ein Update der Analyse der aktuellen Entwicklungen und die Prognose für den weiteren Jahresverlauf:

Aktueller Status: Eine beispiellose Preisexplosion

Analystenhäuser wie TrendForce und IDC haben ihre Prognosen für das erste Quartal 2026 erst in den vergangenen Tagen drastisch nach oben korrigiert. Die Marktdaten zeichnen ein deutliches Bild:

  • Rekordverdächtige Preissprünge: Für das erste Quartal 2026 wird bei PC-DRAM ein Anstieg der Vertragspreise um 105 % bis 110 % gegenüber dem Vorquartal erwartet. Das bedeutet faktisch eine Verdopplung der Beschaffungskosten innerhalb weniger Monate.
  • DDR4 vs. DDR5: Während DDR5 als aktueller Standard ohnehin teuer ist, trifft es Nutzer älterer Systeme besonders hart. Da die Hersteller ihre Kapazitäten fast vollständig auf moderne Standards umgestellt haben, herrscht bei DDR4 eine extreme Knappheit, die die Preise hier teilweise noch schneller steigen lässt.
  • Bestandseinbruch: Die Lagerbestände großer PC-Hersteller sind aufgrund eines unerwartet starken Weihnachtsgeschäfts 2025 weitgehend erschöpft, was den aktuellen Nachfragedruck verstärkt.

Die Ursachen der anhaltenden Krise (Aktualisierung Februar 2026)

Drei wesentliche Faktoren verhindern derzeit eine Entspannung des Marktes:

  1. Priorisierung von KI-Hardware (HBM): Die Speicherhersteller (Samsung, SK Hynix, Micron) verlagern ihre Wafer-Kapazitäten massiv in die Produktion von High Bandwidth Memory (HBM). Dieser Spezialspeicher wird für KI-Beschleuniger in Rechenzentren benötigt. Da HBM deutlich höhere Margen erzielt, wird die Produktion von herkömmlichem Desktop-RAM bewusst reduziert.
  2. Strukturelle Kapazitätsengpässe: Neue Fertigungsanlagen befinden sich zwar im Bau, werden ihre volle Kapazität jedoch frühestens Ende 2027 oder 2028 erreichen. Bis dahin bleibt das Angebot physisch begrenzt.
  3. Ende von Windows 10: Der ausgelaufene Support für Windows 10 im Oktober 2025 hat eine massive Modernisierungswelle in Unternehmen ausgelöst. Millionen von Systemen werden derzeit auf DDR5-basierte Hardware umgerüstet, was die ohnehin knappen Bestände zusätzlich belastet.

Auswirkungen auf den Endverbrauchermarkt

Die Krise bleibt nicht auf die IT-Abteilungen beschränkt, sondern erreicht nun in voller Härte den Konsumenten:

  • Steigende Gerätepreise: Erste PC-Hersteller wie Lenovo haben bereits Preiserhöhungen für Endgeräte bestätigt. Experten rechnen damit, dass Laptops und Desktop-PCs im Laufe des Jahres 2026 um bis zu 20 % teurer werden könnten.
  • Technische Rückschritte: Im Smartphone-Sektor beobachten wir eine ungewöhnliche Entwicklung: Um die Verkaufspreise stabil zu halten, statten Hersteller neue Modelle teilweise mit weniger RAM aus als deren Vorgänger (z. B. Downgrade von 8 GB auf 6 GB in der Mittelklasse).
  • Gebrauchtmarkt: Gebrauchte Speichermodule haben massiv an Wert gewonnen. Viele Systemintegratoren bieten inzwischen sogar PCs ohne RAM an, damit Kunden ihren vorhandenen Speicher weiternutzen können.

Es ist im Februar 2026 leider nicht davon auszugehen, dass sich die Lage kurzfristig entspannt. Wir befinden uns in einem sogenannten „Superzyklus“, in dem der Bedarf an KI-Infrastruktur das Angebot dauerhaft übersteigt. Eine spürbare Stabilisierung wird von Marktbeobachtern erst für das Jahr 2028 prognostiziert.

Sollten Sie eine Neuanschaffung oder ein Upgrade planen, empfiehlt es sich, tagesaktuelle Preisvergleiche zu nutzen oder, sofern möglich, auf bereits vorhandene Komponenten zurückzugreifen.