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Fritzbox Performance-Probleme nach Update

FRITZ!OS 8.2: Performance-Herausforderungen und Lösungsansätze für FRITZ!Box-Nutzer

Mit der Einführung von FRITZ!OS 8.2 (bzw. Version 8.20) im ersten Quartal 2026 verfolgt der Berliner Hersteller AVM das Ziel, die Heimvernetzung durch neue Funktionen wie den erweiterten Ausfallschutz (Failsafe) und ein optimiertes Energiemanagement zu verbessern. Dennoch mehren sich Berichte über signifikante Leistungseinbrüche, die insbesondere die aktuelle High-End-Generation der FRITZ!Box-Modelle betreffen.

Betroffene Modelle und Fehlerbild

Nach aktuellen Erkenntnissen konzentrieren sich die schwerwiegendsten Performance-Probleme auf die Wi-Fi 7-fähigen Flaggschiff-Modelle:

  • FRITZ!Box 5690 Pro
  • FRITZ!Box 7690

Nutzer berichten in diesen Fällen von einer drastischen Reduktion der Datenrate. An Gigabit-Anschlüssen sinkt die effektive Übertragungsgeschwindigkeit teilweise auf unter 100 Mbit/s. Zudem werden instabile Latenzzeiten (Ping-Schwankungen) gemeldet, was insbesondere bei Echtzeitanwendungen wie Videokonferenzen oder Online-Gaming zu spürbaren Einschränkungen führt.

Ursache: Konflikte in der Hardwarebeschleunigung

Die technische Ursache scheint in einem Fehler der Paketbeschleunigung (Hardware-Acceleration) zu liegen. Dieser Mechanismus ist normalerweise dafür verantwortlich, Datenpakete effizient und mit minimaler CPU-Last direkt über den Chipsatz zu leiten.

Unter FRITZ!OS 8.2 kommt es bei den oben genannten Modellen jedoch zu einem Konflikt zwischen der Software und den neuen Chipsätzen, wenn die FRITZ!Box hinter einem externen Glasfaser- oder Kabelmodem betrieben wird (Anschluss über „WAN“ oder „LAN 1“). Bei klassischen DSL-Anschlüssen treten diese spezifischen Einbrüche nach aktuellem Stand nicht auf.

Empfohlene Übergangslösung (Workaround)

Der Hersteller AVM hat das Problem bereits bestätigt und arbeitet an einem korrigierenden Update. Bis zur finalen Bereitstellung können Sie die Performance durch eine manuelle Anpassung stabilisieren:

  1. Rufen Sie die Benutzeroberfläche unter fritz.box auf.
  2. Navigieren Sie in der Fußzeile zum Punkt „Inhalt“ und anschließend auf „FRITZ!Box Support“.
  3. Suchen Sie den Bereich „Paketbeschleunigung“.
  4. Deaktivieren Sie dort testweise die Paketbeschleunigung.
  5. Klicken Sie auf „Einstellung übernehmen“.

Hinweis: Da die Hardwarebeschleunigung maßgeblich zur Energieeffizienz beigetragen hat, kann die Deaktivierung die CPU-Auslastung erhöhen. Zudem wird diese Einstellung bei einem Neustart des Routers oft automatisch zurückgesetzt.

Weitere gemeldete Unregelmäßigkeiten

Neben dem spezifischen Durchsatz-Bug bei den Top-Modellen gibt es vereinzelt Berichte zu älteren Modellen (wie der 7590 AX oder 7530 AX):

  • WLAN-Authentifizierungsfehler: Ältere Endgeräte haben teilweise Schwierigkeiten, die Verbindung nach dem Update aufrechtzuerhalten. Hier hilft oft das Deaktivieren von „WPA3“ zugunsten von „WPA2 (CCMP)“.
  • Mesh-Stabilität: In komplexen Umgebungen mit mehreren Repeatern kann es zu „Netzwerkschleifen“ kommen. Eine Neukonfiguration der Mesh-Verbindung über die Taste am Gerät behebt dies meist.

Ausblick

AVM stellt bereits erste Labor-Versionen (z. B. 8.24) für betroffene Modelle bereit, die gezielte Fixes für die Paketbeschleunigung enthalten. Für geschäftskritische Umgebungen empfiehlt es sich, mit dem Update auf FRITZ!OS 8.20 zu warten, bis die Wartungsupdates (z. B. 8.21 oder höher) offiziell ausgerollt werden.