Beschäftigt man sich mit KI, dann wird von früher oder später auf den Begriff LLMs stoßen. Doch was sind LLMs eigentlich ? Hier folgt eine kurze Erklärung für Einsteiger.
Stellen Sie sich vor, Sie hätten einen Assistenten, der jedes Buch, jeden Artikel und jede Website gelesen hat, die jemals im Internet veröffentlicht wurden. Er hat kein echtes Bewusstsein, aber er ist ein absolutes Genie darin, Muster in der Sprache zu erkennen. Das ist, vereinfacht gesagt, ein LLM (Large Language Model).
Hier ist eine einfache Erklärung, wie diese Technologie funktioniert, ohne dass Sie Informatik studiert haben müssen:
1. Das „L“ wie Large (Riesig)
Ein LLM ist deshalb „groß“, weil es mit unvorstellbaren Mengen an Text trainiert wurde. Wenn ein Mensch sein ganzes Leben lang rund um die Uhr lesen würde, würde er nur einen winzigen Bruchteil dessen schaffen, was ein LLM während seines Trainings „verdaut“ hat.
Durch diese Masse lernt das Modell nicht nur Vokabeln, sondern auch:
- Wie Menschen höflich schreiben.
- Wie man ein Kochrezept aufbaut.
- Wie Computerprogramme logisch strukturiert sind.
2. Die Funktionsweise: Das „nächste Wort“ raten
Das ist der wichtigste Punkt: Ein LLM „denkt“ nicht. Es ist im Grunde eine extrem fortschrittliche Autovervollständigung, wie Sie sie vom Tippen auf dem Smartphone kennen.
Wenn Sie das Modell fragen: „Was ist die Hauptstadt von Frankreich?“, passiert intern Folgendes:
- Das Modell analysiert Ihre Wörter.
- Es berechnet statistisch: „Nach diesen Wörtern folgt in 99 % aller Texte das Wort ‚Paris‘.“
- Es gibt dieses Wort aus.
Es versteht nicht wirklich, was eine Stadt oder ein Land ist – es weiß nur ganz genau, welche Wörter in welcher Reihenfolge am wahrscheinlichsten zusammengehören.
3. Warum wirkt es dann so intelligent?
Weil die Modelle so viele Daten gesehen haben, können sie komplexe Zusammenhänge kombinieren. Sie können zum Beispiel:
- Einen Text zusammenfassen.
- Einen Text umschreiben (z. B. „Erkläre mir Quantenphysik so, als wäre ich fünf Jahre alt“).
- Fehler in einem Text finden.
Es wirkt intelligent, weil es die Struktur unserer Gedanken (die sich in unserer Sprache widerspiegelt) perfekt kopiert.
Ein wichtiger Vergleich: Der „stochastische Papagei“
In der Fachwelt werden LLMs oft als „stochastische (zufallsbasierte) Papageien“ bezeichnet.
- Ein Papagei plappert nach, was er gehört hat, ohne den tiefen Sinn zu verstehen.
- Das LLM macht das Gleiche, nur dass es Billionen von Sätzen im Kopf hat und diese neu kombinieren kann, sodass völlig neue, sinnvolle Antworten entstehen.
Worauf man achten muss
Da das Modell nur Wahrscheinlichkeiten berechnet, kann es passieren, dass es Dinge behauptet, die völlig logisch klingen, aber falsch sind. Das nennt man „Halluzinieren“. Es rät dann einfach ein Wort, das zwar gut in den Satz passt, aber nicht der Wahrheit entspricht.
